Härtefallregelungen Zahnersatz

  • Wer wenig Geld hat, kann von der gesetzlichen Krankenkasse statt 50 Prozent auch 100 Prozent Zuzahlung zum Basis-Zahnersatz bekommen.

  • Diese sogenannte Härtefallregelung muss beantragt, das Einkommen nachgewiesen werden.

  • Wer knapp über der Einkommensgrenze liegt, kann ebenfalls einen höheren Festzuschuss bekommen, dieser wird dann individuell berechnet – siehe unten.

Für wen gilt die Härtefallregelung beim Zahnersatz?

Den doppelten Festzuschuss und damit eine volle Kostenübernahme beim Basis-Zahnersatz erhalten Menschen mit besonders geringem Einkommen.

 

Für 2018 ist die Grenze der monatlichen Bruttoeinnahmen auf 1.218 Euro festgelegt. Mit einem Angehörigen erhöht sich diese Grenze auf 1.674,75 Euro und bei zwei Angehörigen sind es 1.979,25 Euro und für jeden weiteren im Haushalt lebenden Angehörigen um weitere 304,50 Euro. Angehörige im Sinne der Härtefallregelung sind Ehegatten und gleichgeschlechtliche Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz, sowie familienversicherte Kinder.

 

Anspruchsberechtigt sind außerdem Bezieher von BAföG, Sozialhilfe, Hartz IV, Kriegsopferfürsorge und Grundsicherung im Alter. Ebenso berechtigt sind Heimbewohner, deren Unterbringung die Sozialhilfe oder die Kriegsopferfürsorge trägt.

Wie muss man vorgehen?

Dieser besondere Krankenkassenzuschuss muss beantragt werden. Da es kein vorgeschriebenes Formular für die Beantragung des Härtefalles gibt können Sie diesen Vordruck verwenden: 

 

Auf dem Antragsformular müssen die Einkünfte eingetragen werden -  ggf. welche Hilfe man erhält, und wie viele Personen im Haushalt leben. Einkommensnachweise sind in Kopie beizulegen.

 

Die Kasse prüft den Antrag. Lehnt sie ihn ab, kann man Widerspruch einlegen.

 

Die volle Kostenübernahme gilt jedoch nur für die Regelversorgung. Wer einen Zahnersatz wünscht, der darüber hinaus geht, muss auch als Härtefall selbst zuzahlen.

Was ist, wenn man knapp über der Grenze liegt?

Wer leicht über der Einkommensgrenze für die Härtefallregelung liegt, kann trotzdem einen erhöhten Festzuschuss erhalten. Das wird "individuelle oder gleitende Härtefallregelung" genannt. Patienten bekommen dann nicht den doppelten Festzuschuss, wie bei dem „normalen“ Härtefall, aber immerhin einen erhöhten Festzuschuss. Die Höhe wird individuell berechnet und hängt vom Einkommen und den Kosten des Zahnersatzes ab. Wer nah an den oben genannten Grenzen liegt, sollte sich deshalb ebenfalls an seine Krankenkasse wenden.

Diese Patienten müssen maximal das dreifache der Differenz zur Härtefallgrenze selbst tragen. Ein Beispiel:  Liegen Ihre Bruttoeinnahmen bei 1.350,- € monatlich, sind das 132,- € über der Härtefallgrenze und Sie müssen maximal 3x132, -€ = 396.- € selbst tragen.

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